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MIGRANTENTHEATERFESTIVAL
Am 8 Februar 2008 startet das erste Migrantentheaterfestival. An mehreren Orten im Ruhrgebiet (Essen, Herne, Dortmund) werden Theaterstücke aufgeführt, die von Migranten aus verschiedenen Nationen gespielt werden. Es ist Festival ohne Leistungsschau und Wettbewerb.
Migranten aus 160 Nationen leben im Ruhrgebiet. Und sie machen "THEATER" auf die angenehme Art und Weise und zwar auf der Bühne. Auch zwei polnische Akzente sind mit dabei. Einmal das THEATER TRANSIT Ottensheim (A) mit dem Stück "EMIGRANTEN" von Slawomir Mrozek und das MARIOLA BRILLOWSKA ENSEMBLE Hamburg mit dem Schauspiel SZPITAL POLSKI.
Weitere Informationen:
www.migrantentheaterfestival.de
E.T.E. - EXTENDED TEENAGE ERA
Ein Stück von RENEGADE THEATRE
8. Februar 2008, Flottmann Hallen, Herne
E.T.E. - EXTENDED TEENAGE ERA
SAMIR AKIKA-Choreograf
Migranten aus 160 Nationen wohnen nicht nur im Ruhrgebiet, sie leben hier auch.
Mit allem was zum Leben dazugehört. Und sie machen "Theater". Aber auf die angenehme Art und Weise. Auf der Bühne eben. Sie spielen für uns, über sich selbst, über uns alle.. 
ER WIRD ES SCHAFFEN
Ein Kommentar von Hania Zboinska
Es geht alles sehr schnell auf der Bühne. Man kann dem Geschehen kaum
folgen. Die Jugend bestimmt den Rhythmus. Und es ist sonderbar anders, wunderbar anders.
Mag es an der internationalen Mischung der Darsteller liegen, an den unterschiedlichen Temperamenten, am rasanten Tempo der Darbietung. Man ist jede Minute dabei. Gnadenlos wird unsere Aufmerksamkeit gefordert.

Junge Schauspieler erzählen über etwas, das jeder kennt, jeder versteht und jeder fühlt.
Sie beschäftigen sich mit dem Thema Erwachsen werden, Erwachsen sein und dem Weg, der dort hinführt. Es ist und war immer ein schwieriger Pfad. Deswegen ist die Thematik auch so eindrucksvoll, weil jedem verständlich und nachvollziehbar. Mit den Jahren geht oft die Erinnerung an diese wichtige Zeit verloren.
So verschieden die Menschen auf der Bühne, so auch die Musik und der Tanz, der sich aus Hip-Hop und akademischen wie modernen Elementen zusammensetzt. Und die Mischung macht es so spannend, bunt und aufregend. Alles kann nebeneinander existieren, sich ergänzen und nicht ausschließen.

Die Musik und der Tanz ändern sich im Laufe des Stückes, so wie sich die Gegebenheiten und die Anforderungen an den Teenager ändern. Zu Beginn noch sehr ausgelassen, lässig, auch aggressiv, dramatisch. So wie es halt in jeder jungen Seele "spielt". Dann aber auch schon andere Töne, denn der Weg geht weiter- mit Identitätssuche, Konflikten, dem Zwang sich der Gesellschaft zu fügen, anzupassen und schließlich als Spießer zu enden. Will man da noch erwachsen werden? Der Versuch eine Mauer zu durchbrechen, was sehr suggestiv dargestellt wird, gehört zum Prozess dazu. Doch was folgt? Die kollektiven Benimmregeln holen jeden Träumer ein. Schließlich rebelliert man nur noch im sicheren Umfang und dafür muss eine Bananenschale als Waffe reichen. Die jugendliche Glut mündet im banalen, multifunktionellen, perfekt organisiertem Sein.
Und da ist noch das Kind auf der Bühne. Ein kleiner, etwa dreijähriger Junge. Er ist mitten im Geschehen. Versucht den Tanzschritten der Erwachsenen zu folgen, macht kleine Kunststücke. Ganz natürlich, unbefangen und ehrlich. Er steht vor dem Publikum wie ein ständiges Ausrufezeichen, eine Ermahnung und Erinnerung an den Ursprung. Er ist der Anfang. Eine neue menschliche Existenz.
Vielleicht wird er es schaffen.
Hania Zboinska
Alle Fotos: MISCHA POPLAVSKI
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